28.1.17

Dornröschen pennt wieder ein, gespankt und gepupt wird nimmer, Dschungelknast in Wartestellung, die Kälte weicht den tollen Tagen - Neues im Januar 2017

Die widerliche Kälte weicht wohltuender Wärme, wenigstens Milde, sogar schneller als gedacht - mein Plan, mir an einer Böblinger Natureislauffläche den letzten Glühwein dieses Winters zu genehmigen, schlug soeben fehl (27.1.). Die Glühweinbude war schon fort, die Eisfläche (erst vor vier Tagen freigegeben) wegen der heute schon auffällig milderen Temperaturen schon wieder gesperrt. Eigentlich gut so! Viel zu schnell hatte der Dauerfrost, an sich strahlend sonniger Bilderbuchwinter, meinen Öltank geleert, und auf Wintersportarten wie Eiskratzen, Türschloßenteisen und Schneeschippen (andere betreibe ich nicht) kann ich eh verzichten. Es wird wärmer, die Lebensgeister erwachen wieder - da erträgt man die Überhäufung mit liegengebliebener Büroarbeit, mit Buchführungs- und Steuerkram gleich viel leichter :-) - Dennoch: Vor Ostern wird es hier eben deswegen nicht viel Neues geben, sorry. 

Weichen müssen heuer auch allerlei in die Jahre gekommene Longseller.

Zu unseren aktuellen und demnächstigen Vergriffenheiten, den ersten seit Jahren:

Zum 1.1.2017 - Dornröschen fällt wieder in Schlaf - zumindest im deutschsprachigen Raum. Meine fünfjährige Lizenz lief im Sommer 2016 aus, die Lizenz zum Resteverkauf zu Silvester 2016. Mit leichter Verspätung werde ich nunmehr dem VLB die Vergriffenheit der drei Titel zum vergangenen Jahreswechsel melden, dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher. Es wird nicht die einzige bleiben: Tja, daran sind auch die Leser schuld. Wenn ich von allen drei Dornröschen-Bänden in einem Jahr nur noch 250 Stück verkaufe, lohnen sich die Kosten für eine fünfjährige Lizenzverlängerung (4500 Euro) einfach nicht mehr; und um die alte Dornröschen-Übersetzung nutzen zu können, mußte ich 2011 sogar noch mal extra fast 3800 Euro zahlen. Verkauft wurden in gut fünf Jahren aber gerade mal rund 3000 Stück von allen drei Bänden. Insgesamt war das »Dornröschen« für mich ein Nullsummenspiel.

Zum 1.4. - oder spätestens zu Ostern:

Antjes und Andreas' »Spanking - Lust und Leidenschaft« verabschiedet sich ebenfalls.  Mit über 5000 verkauften Exemplaren gehörte es zu den wackeren Umsatzträgern - Kunststück, es erschien ja auch im Frühjahr 2001, noch zu D-Mark-Zeiten, und heute ist nicht nur die D-Mark Vergangenheit, sondern auch die Zeit, wo man mit Spanking-Geschichten in Buchform noch viele Leser hinterm Ofen hervorlocken konnte. Heute bleiben sie hinter demselben sitzen und graben dort mit ihrem Laptop hunderte von Spankingstories aus'm Netz aus ...

»Schwarz auf Weiß« mochten's auch nie so recht viele haben, und so wird's Zeit, den so genannten Titel von Len'ssi auch endlich zum schwarzweißen Altpapier zu legen ... (»Welcher Europäer läßt sich schon gerne sagen, daß die Afrikaner besser ficken können?« kommentierte ein Bekannter die Erfolglosigkeit dieses Titels.)

»Unterm Pantoffel«, Teil II und III. Aus ist's mit der Weiberherrschaft bzw. mit deren Pantoffel, zumindest mit Band 2 und 3, von denen nur noch wenige Restexmplare vorhanden sind. Von Band I sind noch mehr Exemplare vorhanden, der bleibt vorerst, und es wird auch eine Neuauflage von Band I geben, sozusagen als Testband der SCHWARZEN SERIE - bis Ostern 2017. Die Trilogie war zwar nicht so erfolgreich, wie ich mir das erhofft hatte, aber immerhin - über 2000 Leser fanden die drei Bände insgesamt schon, das ist für unsereinen ja schon fast »Erfolg«.

Pampersboy, »Windeln, Stöckchen, strenge Gouvernanten« (auch noch ein Titel aus DM-Zeiten). Es hat sich nicht nur auspantoffelt (vorläufig jedenfalls), sondern auch ausgepüpert: »Windeln, Stöckchen, strenge Gouvernanten« hat sich rund 1200 Mal verkauft, und mittlerweile sind Verkäufe dieses Titels seltener als windellose Zwangsjackenträger - Zeit, den Titel einzustellen. Die Ebook-Ausgabe bleibt allerdings weiterhin im Programm.

Und was gibt's denn nu Neues?: Das Dschungelgefängnis von Pereira als Ebook - allerdings erst im Februar, sorry.  

So, das war das »Offizielle«, geh'n wir zum gemütlichen Teil des Abends über:

Empfehlung: Schweizer Jazzradio

Er gehört noch zu den besseren öffentlich-rechtlichen Radiosendern: der Deutschlandfunk. Werbefrei, informativ; immer noch findet man dort tiefschürfende, wenn auch - wie seit eh und je - etwas linkslastige Analysen und Hintergrundberichte. Manchmal nervt er allerdings auch, etwa wenn er minutenlang völlig unkritisch über die Klimaschutzpolitik Deutschlands berichtet. Warum soll sich jemand wie ich, der den Klimawandel nicht so dramatisch findet, eher begrüßenswert, so ein Gesülze antun? Oder wenn darüber berichtet wird, wie die Atommüll-Endlagerkommission sucht und sucht und sucht und dabei offenbar so sehr in irgendwelchen Salzstöcken feststeckt, daß sie noch gar nicht mitbekommen hat, daß es mittlerweile Atomkraftwerke neuen Typs gibt, die den Atommüll als Brennstoff nutzen können - und zurück bleibt nichts als nutzbare Energie und schwach strahlender Abfall ... Außerdem kann man natürlich bei Arbeiten wie Buchführung oder Manuskripte Korrektur lesen keinen anspruchsvollen Wortbeiträgen Aufmerksamkeit schenken. Doch was tun? Meine Suche nach Internetradios führte mich am Silvesterabend vom Norddeutschen Rundfunk (nur Popmusikgedudel) über Radio Liechtenstein (ebenso) zum Schweizer Jazzradio. »Music pure« - außer solchen gelegentlichen Stationsmeldungen auf deutsch, englisch, französisch, italienisch oder rätoromanisch unterbricht nichts den Fluß, ach, was sag ich: das Geplätscher von Jazz und Easy Listening, Soul und Blues und dergleichen, ideal als sanftes Hintergrundgeplätscher bei der Büro- und Bildschirmarbeit - oder abends zu einem guten Drink ... Auch jetzt gerade höre ich es. Über Links kann man sich zu x anderen, möglicherweise ähnlich hörenswerten Radios weiterhangeln. Hören Sie mal rein, verehrter Leser!


Der Neger der heutigen Zeit ...

... seien die Frauen, behaupteten einst Feministinnen. Ich habe eher den den Eindruck, die Neger der heutigen Zeit sind die pöhsen »Rechtspopulisten«, z. B. die, die gerade in Koblenz eine Konferenz abhalten. Manche von denen haben es so schwer, in einem örtlichen Hotel abzusteigen, wie ein Neger in den 20er Jahren in einem US-Hotel. Michael Klonovsky berichtet in seinen ACTA DIURNA vom 21.1.: 


»Gestern Abend Zaun- bzw. Nebentischgast beim Dinner der europäischen ›Rechtspopulisten‹ in Mainz. Die Begleitumstände sind bizarr und ein Beleg dafür, wie schnell die bürgerlichen Freiheiten in Demokratien preisgegeben werden können. Nicht weniger als acht Hotels von Koblenz bis Wiesbaden stornieren die Buchungen umgehend wieder, nachdem aus den naturgemäß von Mitgliedern der etablierten Parteien geführten Stadtverwaltungen Druck auf die Betreiber ausgeübt wurde, keinesfalls AfD-Mitglieder zu beherbergen (die Gäste vom Front National erleben parallel Ähnliches; während das Dinner bereits begonnen hat, sind manche von ihnen noch auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht). Die Hoteliers werden auf Mafia-Art erpresst; man droht ihnen mit Boykott, imageschädigenden Kampagnen, verschärften Wirtschaftsprüfungen und natürlich den unkontrollierbaren Protesten junger engagierter Empörter gegen Herbergen, die dem politischen Abschaum Obdach gewähren. Sobald ein Hotel die Buchung akzeptiert hat, läuft diese Maschine an. Sogar aus Brüssel trafen Informationen bei den Stadtoberen ein, welches Gästehaus sich zu versündigen drohte und schleunigst zivilgesellschaftlich bearbeitet werden müsse. Dort, wo das schweflige Detachement schließlich unterkommt, lautet der Handel, dass eine Tschandala wie Frauke Petry weder auf der Gästeliste noch irgendwo sichtbar im Haus auftauchen darf. Also Eingang durch die Tiefgarage, keineswegs durch die Lobby. Kein Restaurantbesuch, kein Frühstück. Deutschland 2017. Das demokratisch geläuterte Land, das auf sehr deutsche Weise aus seiner Geschichte gelernt hat. Wenn eines Tages wirklich alle Hoteliers zivilgesellschaftlich befügelt mitzuziehen gezwungen sind, können rechte Parteien nirgendwo mehr tagen, selbst wenn sie 49 Prozent der Wählerstimmen haben. Und diese Canaillen, die hier den Rechtsstaat und die Redefreiheit abräumen, behaupten, die Demokratie wäre nicht etwa durch, sondern ohne ihr sinistres Treiben bedroht.«

Auch gegen den Neujahrsempfang der Reutlinger AfD am 27.1. gab's empörte Proteste; eine Taktlosigkeit sei's, daß diese Partei gerade am Jahrestag der Auschwitz-Befreiung ihren Empfang veranstalte. Hä!? AfD und Auschwitz?? Ich glaube, wir befinden uns schon in der Übergangsphase zum närrischen Treiben der tollen Tage ...  

Nach Aschermittwoch lesen wir uns wieder, liebe Leser! (Oder vielleicht auf dem Höhepunkt der tollen Tage?)

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